Verlagsprogramm

Die edition mauthausen ist die Schriftenreihe des Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) und besteht seit 2006. Neben der Aufarbeitung der Geschichte des KZ Mauthausen sehen wir in dieser Schriftenreihe auch eine Verpflichtung gegenüber den Opfern, indem wir ihre Geschichte erzählen – viele von ihnen hatten nie die Gelegenheit dazu.

Mauthausen war das einzige NS-Konzentrationslager auf österreichischem Boden und mit seinen 49 Nebenlagern eines der gefürchtetsten des Lagersystems. Anders zu denken, als das NS-Regime es diktierte, anders zu sein, als die Nazis es bestimmten, genügte, um der Todesmaschinerie ausgeliefert zu werden.

Im ehrenden Andenken an die toten Kameraden und im festen Willen, dass ein derartiges Regime nie wieder an die Macht gelangen sollte, bemühten sich die Überlebenden nach ihrer Befreiung die Erinnerung an die Ereignisse wach zu halten und aktiv für die Werte einer freien, gleichberechtigten und demokratischen Gesellschaft einzutreten.

Das Mauthausen Komitee Österreich hat es sich zur Aufgabe gemacht, das unermüdliche Wirken dieser Menschen fortzusetzen, da die meisten von ihnen dies heute nicht mehr tun können.

Diese Schriftenreihe versteht sich aber auch als Plattform und steht interessierten AutorInnen offen. Mit unseren Publikationen sprechen wir ganz bewusst eine größere als die rein akademischen AdressatInnen an – sei es der Einsatz in der Jugendarbeit oder in Schulen.

Verlagsprogramm

Allein in der Tat ist die Freiheit - Freedom Lies in the Action Alone

Glaube und Religion stellen mit ihrer transzendenten und systemsprengenden Kraft für alle totalitären Regime eine Provokation und Bedrohung dar. So war es nur konsequent, dass Kirchen und Religionsgemeinschaften und ihre Mitglieder in den Fokus der NS-Verfolgung gerieten. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass kaum jemand allein wegen seines Glaubens oder der religiösen Praxis verfolgt wurde. Sehr wohl aber riskierte Verfolgung und Haft, wer aus seinem Glauben und der daraus resultierenden Verantwortung für das menschliche Zusammenleben die Konsequenzen zog.

Codename: Spielwarenfabrik

Dieses Buch behandelt einen kurzen Zeitabschnitt der Geschichte des Ortes St. Valentin. Die wirtschaftliche Bedeutung der NS-Panzerproduktion im Nibelungenwerk während des Zweiten Weltkrieges ist auch heute noch in der Region sehr präsent. Dass die Etablierung eines der größten Rüstungsbetriebe des Dritten Reichs ohne den massenhaften Einsatz von Zwangsarbeitern und KZ-Häftlingen aus dem KZ Mauthausen kaum möglich gewesen wäre, wird hingegen kaum erwähnt. So findet sich in diesem Buch eine präzise Chronik des Aufbaus des Nibelungenwerkes, wie auch die tiefgreifenden Veränderungen im Ort St. Valentin und der Region thema¬tisiert werden und die Zwangsarbeiter und KZ-Häftlinge mit ihren Erinnerungen ihren Platz haben.

Das Konzentrationslager Mauthausen, Hans Maršálek, Kurt Hacker Copyright: MKÖ

Das Konzentrationslager Mauthausen wurde nur wenige Monate nach dem "Anschluss" Österreichs an Nazi-Deutschland gegründet und entwickelte sich sehr schnell zu einem der gefürchtetesten Konzentrationslager mit enormen Opferzahlen.

Diese Broschüre bietet einen geschichtlichen Überblick und Hintergrundinformationen zum KZ Mauthausen und zum gesamten Lagersystem.

Zu den Autoren:

Hans Maršálek
Verhaftet 1941 wegen Widerstandstätigkeit gegen die Nationalsozialisten und ab 1942 Häftling im KZ Mauthausen. Nach dem Krieg Aufbau des Mauthausenarchivs, des Mauthausenmuseums, Autor zahlreicher Publikationen und jahrelanger Leiter der KZ-Gedenkstätte. Obmann der Österreichischen Lagergemeinschaft Mauthausen. Verstorben 2011.

Der Geist ist frei - The Spirit is Free (Band 1)

Kunst und Wissenschaft sind frei.

Die in diesem Buch versammelten Biografien von 32 Menschen sind nur ein kleiner Ausschnitt aus dem geistigen und menschlichen Potenzial, das die Nazis zu vernichten suchten. Wir finden in diesem Buch Lebensbilder von Menschen, die überlebt haben oder von denen zumindest eine Erinnerung überdauert hat. Wie viele hoffnungsvolle, kreative und geistvolle Menschen die Verfolgung nicht überlebt haben, wir wissen es nicht.

Diese Biografien sind aber auch ein Beweis dafür, dass Wissenschaft und Kunst frei bleiben können, solange es Menschen gibt, die dafür kämpfen.

Der Geist ist frei - The Spirit is Free (Band 2)

Dieses Buch ist der zweite Teil des gemeinsamen Projektes des Comité International de Mauthausen und des Mauthausen Komitee Österreich zum Themenschwerpunkt des Gedenkjahres 2007.

So finden sich in diesem Buch weitere 45 Biografien von Menschen, die entweder als KünstlerInnen oder WissenschafterInnen ins KZ Mauthausen eingeliefert wurden oder die nach der Befreiung ihre Laufbahn in diese Richtungen lenkten.

Neben diesen Biografien sind auch ausgewählte Beiträge zum 2. Internationalen Symposium zum Themenschwerpunkt enthalten. Diese Beiträge bieten neben weiteren biografischen Details auch grundlegende Texte zum Verhältnis zwischen Kunst und Wissenschaft auf der einen Seite und der NS-Diktatur auf der anderen Seite.

Die Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen

Das KZ Mauthausen war eines der meist gefürchteten Konzentrationslager im Dritten Reich. Ungefähr 200.000 Menschen aus allen Staaten Europas wurden nach Mauthausen oder in eines seiner 49 Nebenlager deportiert – rund 100.000 erlebten die Befreiung am 5. Mai 1945 nicht. Sie wurden im Steinbruch ermordet, in der Gaskammer vergiftet oder fielen den katastrophalen Bedingungen des Lagers zum Opfer. Das KZ Mauthausen war ein riesiges, weit verzweigtes System von Firmen und Nebenlagern, von Tätern und Profiteuren.

Dieses Buch ist seit mehr als 40 Jahren das unbestrittene Standardwerk zur Geschichte des KZ Mauthausen. Ohne diese Dokumentation von Hans Maršálek wären alle weiteren wissenschaftlichen Arbeiten zu diesem Thema völlig undenkbar.

Die vergessenen Frauen von Mauthausen

Mit diesem 1997 erstmals erschienenen Buch wird ein Gesamtüberblick zur Geschichte der mindestens 8.500 Frauen, die ins Konzentrationslager Mauthausen deportiert wurden, geboten.

Lange Zeit wurden diese weiblichen KZ-Häftlinge kaum beachtet, und sie waren bereits nahezu vergessen. Dieses Buch soll ihre Geschichte dokumentieren und jenen als Sprachrohr dienen, die jahrzehntelang keines hatten.

Eine französische Häftlingsfrau berichtet über ihre Ankunft in Mauthausen:

"... und alle Toten starben friedlich ..."

Im Mittelpunkt steht eine junge Frau, die einen Weg sucht, mit der bedrängenden Geschichte des Massenmordes in den nationalsozialistischen Konzentrations- und Vernichtungslagern umzugehen. Sie weiß nicht, wie sie die emotionale und moralische Last verarbeiten soll.

In einer Reihe von Dialogen lernt die junge Frau dann Menschen kennen, die sehr unterschiedlich zur Geschichte der NS-Verbrechen stehen.

Aus diesen Begegnungen geht die junge Frau voll Unsicherheit hervor. "Wo liegt der Weg, den ich beschreiten muss?", fragt sie den Chor der Opfer, die zwischendurch immer wieder zu Wort kamen, am Schluss: "Was sind die Lehren, die ich ziehen kann?" und "Was ist die Hoffnung, die mir bleibt?"

Erinnern und Gedenken

Das Mauthausen Komitee Steyr wurde im Herbst 1988 gegründet.

Das 20-jährige Bestehen war ein Anlass, die eigene Arbeit zu reflektieren und Rechenschaft über die verschiedensten Aktivitäten des Komitees abzulegen. Die Projekte, die in diesem Buch dokumentiert sind, waren sehr vielfältig:
Es wurde historisch geforscht, es gab Kunstprojekte und Gedenkfeiern, Gedenktafeln wurden enthüllt und Unterrichtsmaterial erstellt, sei es zur jüdischen Geschichte Steyrs oder zum KZ-Nebenlager Steyr-Münichholz.
Das Mauthausen Komitee Steyr hat damit viele wichtige Impulse für mehr Zivilcourage und Aufklärung sowie gegen das Vergessen und Verdrängen gesetzt.

Geraubte Kindheit

AUSVERKAUFT!

Bis vor wenigen Jahren wurde den Erfahrungen von Menschen, die während des Zweiten Weltkriegs bzw. im Nationalsozialismus Kinder und Jugendliche gewesen waren, kaum Beachtung geschenkt, und noch heute gibt es viele Forschungslücken. Mit der Enquete "Kinder und Jugendliche im Nationalsozialismus" im November 2009 wurde einerseits ein Teil dieser Geschichte in den Fokus des Interesses genommen und andererseits versucht, Bezüge zur Gegenwart herzustellen.

Meine Tage waren leer.

In dieser Publikation kommen überlebende Frauen des Frauen-KZ Mauthausen zu Wort. Sie berichten über ihr Schicksal der Verfolgung, über ihren Widerstand, über die Internierung im Konzentrationslager sowie das Leben und Überleben nach der Befreiung der KZ.

Über 8.500 Frauen wurden im KZ Mauthausen als Häftlinge interniert, viele von ihnen dort ermordet oder in den sicheren Tod in anderen KZ geschickt. Von ungefähr der Hälfte dieser Frauen kennen wir heute die Namen.

Nichts als alte Mauern? (Band 1)

Der erste Band der im Rahmen der Mauthausen Guideausbildung entstandenen Publikationen "Nichts als alte Mauern?" greift einerseits aktuelle Fragen nach Möglichkeiten der Vermittlungsarbeit an KZ-Gedenkstätten auf und thematisiert andererseits das erfolgreiche Modellprojekt des Mauthausen Komitee Österreich.

So werden die Pläne zur Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen ebenso vorgestellt wie auch eine empirische Untersuchung zu den Motiven junger Menschen, sich in der Gedenkarbeit freiwillig zu engagieren.

Der weitere Themenbogen reicht von der Relevanz von KZ-Nebenlagern in der Vermittlungsarbeit bis hin zu genderspezifischen Ansätzen und Gedanken in der Arbeit mit Jugendlichen.

Nichts als alte Mauern? (Band 2)

Der zweite Band der im Rahmen der Mauthausen Guideausbildung entstandenen Publikationen "Nichts als alte Mauern?" stellt ein Handbuch zur Vor- und Nachbereitung von Besuchen der KZ-Gedenkstätte Mauthausen dar.

Das Handbuch ist so aufgebaut, dass es zu Beginn einen allgemeinen Überblick zur Thematik bietet, der dann zu konkreten Konzeptvarianten der Vor- und Nachbereitung führt. Als Einführung in das Thema wird in den ersten Kapiteln ein geschichtlicher Überblick über das ehemalige Konzentrationslager Mauthausen sowie die KZ-Gedenkstätte Mauthausen nach 1945 gegeben.

Christine Stahl - Sehnsucht Brot - Essen und Hungern im KZ-Lagersystem Mauthause

Die Bilder ausgemergelter KZ-Häftlinge, ihre eingefallenen Gesichter und ihre hervorstehenden Rippen, Männer und Frauen mit knapp der Hälfte ihres normalen Körpergewichts, gehören untrennbar zu unseren Vorstellungen eines Konzentrationslagers.
So präsent die Bilder der ausgezehrten KZ-Häftlinge in unserem kollektiven Gedächtnis sind, auf die hier gestellten Fragen gab es bisher keine erschöpfenden Antworten:

Selbst der Teufel würde erröten

Es sind sehr persönliche Briefe, die in diesem Buch abgedruckt sind. Auch die Briefe, die die Zensur passieren mussten, sind in einer mehr oder weniger verschlüsselten Form "intim", weil wir durch diese Dokumente sublime Eindrücke, oder zumindest Ahnungen, von der persönlichen Kultur des Erinnerns in der Familie Janouch bekommen. Vor allem die so genannten Kassiber, die geschmuggelten Briefe, sind ohne die Berücksichtigung des "inneren" Autors kaum verständlich – Warten und Erinnern haben hier höheren Stellenwert als die Beschreibung der Qualen und Leiden des Konzentrationslagers.

Storia del campo di concentramento di Mauthausen

Il campo di concentramento di Mauthausen era uno dei campi più temuti del Terzo Reich. Circa 200.000 persone di tutti gli stati d'Europa furono deportati a Mauthausen o in uno dei suoi 49 campi esterni  circa 100.000 di loro non hanno visto la liberazione del 5 maggio 1945.

Erano stati assassinati nella cava di pietra, asfissiati nella camera a gas o uccisi dalle condizioni disumane del lager. Il campo di concentramento di Mauthausen era un sistema enorme, molto ramificato di ditte e campi esterni, gestito da criminali e profittatori.

Da 30 anni questo libro è l'opera principale della storia del KZ-Mauthausen. Senza questa documentazione di Hans Maršalek tutti gli altri lavori scientifici su questo tema sarebbero impensabili.

Und wenn ich Auschwitz überlebe ...

"Zum ersten Mal seit Jahren betrachtete ich mich selbst in einem Standspiegel. Schon seit langem an den ausgemergelten Anblick meiner Mithäftlinge gewöhnt, war ich doch überrascht, mich selbst nur noch als Haut und Knochen zu sehen, eine wandelnde Anatomiestudie. Meine Wangen waren eingefallen. Meine Augen hatten sich in den Schädel zurückgezogen. Mein Schädel war grob rasiert, bis auf einen Streifen in der MItte. Ich wog vermutlich knapp 40 Kilogramm, ein erwachsener Mann, 1,70 Meter groß, fast 21 Jahre alt."

So beginnt die Schilderung von Max. R. Garcia über seine Befreiung aus dem KZ Ebensee am 6. Mai 1945.

V2-Raketen im Brauereikeller

Das Konzentrationslager Redl-Zipf mit dem Tarnnamen "Schlier" ist heute kaum bekannt.
Dies mag daran liegen, dass die Erinnerungsarbeit hauptsächlich auf das KZ Mauthausen und neuerdings auch auf das KZ Gusen fokussiert wurde, während die Außenlager bisher wenig Resonanz fanden. Redl-Zipf aber hatte einen besonderen Stellenwert innerhalb der Außenlager von Mauthausen: Dort wurden die Triebwerke der V2-Raketen getestet und in den (enteigneten) Stollen unterhalb der Zipfer Brauerei sollte auch der Treibstoff für die sogenannten "Vergeltungswaffen" hergestellt werden.

Wer widerstand? Who resisted?

In diesem Buch stellen wir die Ergebnisse eines umfangreichen gemeinsamen Projektes des Comité International de Mauthausen und des Mauthausen Komitee Österreich vor:

Neben den Biografien von 59 Menschen, die während der Nazidiktatur gegen Unmenschlichkeit, Rassismus und Verfolgung auftraten, von den Nationalsozialisten verfolgt und ins KZ Mauthausen bzw. eines seiner Nebenlager deportiert wurden, sind in diesem Buch die Tagungsbeiträge zum 3. Internationalen Symposium abgedruckt.

Mit diesen Beiträgen wird ein weiter thematischer Bogen gespannt: von Widerstand, Kollaboration und der großen schweigenden Masse in Europa zur Zeit des Zweiten Weltkriegs in der zivilen Welt sowie im Konzentrationslager bis hin zu Zivilcourage und Widerstand im heutigen Kontext.

Zwischen Mutterkreuz und Gaskammer

Lange Zeit waren die weiblichen Häftlinge des KZ Mauthausen und war der weibliche Widerstand gegen die Nationalsozialisten ebenso ein Rand- oder Nischenthema wie auch die Täterinnen kaum beleuchtet wurden.

Die Zielrichtung dieses Buches ist es, einen möglichst weiten Themenbogen zu spannen. Dieser Bogen reicht von der Rolle der Frau im NS-System über den weiblichen Beitrag zum Widerstand und die bemerkenswerte Zivilcourage mancher Frauen bis hin zum beeindruckenden Zeugnis einer Überlebenden der KZ Ravensbrück und Mauthausen, Marie-Jo Chombart de Lauwe.

Hintergrundbild